Tatort Internet- Der Selbstversuch

Mehr aus einer Laune heraus meldete ich mich heute Nacht im deutschsprachigen ‚Teenchat‘ auf der Internetseite von ICQ an. Da ich am Morgen auf YouTube einige Folgen der fragwürdigen RTLII-Sendung ‚Tatort Internet‘ gesehen hatte und an der Unvorsichtigkeit Pädophiler im Chat zweifelte (war Humbert Humbert in Nabokovs Lolita doch ein Meister des Mimikry!), nannte ich mich ‚cute99‘. Ein Name, der indiziert, dass sich dahinter ein 13jähriges Mädchen verbirgt.

Ich konnte gerade ein ‚hey‘ in den allgemeinen Chatroom werfen, als bereits einige Privatchatfenster aufblinkten. Wie alt ich sei. Darauf drei verschiedene Antwortvarianten: man sei auch 13, etwas älter (17) oder das wahrscheinlich wahre Alter wurde direkt zugegeben.

Ich verurteile nicht, wenn jemand ein 13jähriges Mädchen fragt, ob es schon einen Freund hatte- das fällt unter tolerable Kommunikation. Was mir allerdings in nur einer halben Stunde Chattens begegnet ist, stieß mir überaus sauer auf.

Ich möchte nichts umformulieren sondern kopiere hier die Chatprotokolle im O-Ton (gekürzt) hinein- die sprechen für sich.

<Beennyy> hast du nen freund?

<cute99> hatte noch keinen

<Beennyy> also noch keine erfahrung mit jungs?

<cute99> nee leider :(

<Beennyy> machst du es schon selber?

<cute99> einmal erst

<Beennyy> denkst du oft an sex?

<cute99> nee das machen doch nur jungs

<Beennyy> bestimmt hast du auch fantasien?^^

<cute99> naja ich will mit nem jungen zusammen sein, der mir ne rose schenkt und so *grins

<Beennyy> ich bin ein junge, und ich habe fantasien?^^ […] aber ich würde auch rosen schenken

<cute99> jaa echt?

<Beennyy> magst du leggins? […] ziehst du sie an und darunter ne unterhose?

<cute99> ja

<Beennyy> musst du zur toilette?

<cute99> nein warum?

<Beennyy> weil ich nasse leggins mag^^

 

Vom Hi zu den nassen Leggins in weniger als 10 Minuten. Schlimm? Hier die Steigerung:

<martin_nrw> magst du versautere sachen?

<cute99> wie meinst du?

<martin_nrw> ns kv spiele magst du sowas?

<cute99> was ist das?

<martin_nrw> spiele mit deiner pisse und scheiße

Meinen Respekt, nicht erst groß herumgeredet, sondern gleich gesagt, was Sache ist. Ich nehme an, dass der Mann sich einfach nur etwas ‚aufwärmen‘ wollte oder schlichtweg keine Erfahrung hat mit jungen Mädchen, sonst wäre er nicht so mit der Tür ins Haus gefallen- wollen wir es hoffen! Wäre ich wirklich 13, hätte mich diese Anfrage zumindest für kurze Zeit negativ beschäftigt.

Der nächste Chatpartner räumt gleich zu Beginn des Gespräches ein, 39 Jahre alt zu sein, sein Einstiegssatz zeigt sehr deutlich, was er sich erhofft:

<M_mit_CAM> Lust mit einem älteren Mann zu Camen? Ich bin gerade geil und will dabei wichsen

Er fragt mich, ob ich gerne dabei zuschauen möchte, wenn er sich vor der Kamera entspannt. Als ich schreibe, dass meine Eltern mir keine Webcam erlauben, bietet er mir an, stattdessen zu telephonieren. Auch dieses Mal komme ich mit dem Argument Eltern: das Haus sei hellhörig, sie könnten mich Reden hören (was wohl das einzig Wahre ist, das ich in der halben Stunde über mich preisgegeben habe). Auch dafür hat er eine Lösung: ich müsse ja nicht reden, nur ihm beim Wichsen zuhören, es würde mich sicherlich geil machen. Als ich erneut Bedenken anmelde, schreibt er nicht weiter.

All das hat mir schon zur Genüge gezeigt, was Kindern nach nur wenigen Minuten des als harmlos empfundenen Chattens begegnen kann. Ich selbst habe im Alter von 14 Jahren langweilige Nachmittage im ICQ-Chat verbracht und wohl viel Glück gehabt, mir keine offensichtlichen Kleinmädchen-Chatnamen ausgesucht und nie mein Geburtsjahr angehängt zu haben und ich somit von solchen verbalen Übergriffen verschont blieb. Auch wenn es nur in der Theorie bleibt und ich hoffe, dass es genug Jugendliche wie mich gibt, die auch in jüngsten Jahren misstrauisch sind bei sexuellen Gesprächsthemen, kann die Frage nach ‚Natursekt‘ oder ‚Kaviar‘ einen Teenager zu Beginn der sexuellen Selbstfindungsphase sehr verwirren.

Was dann jedoch geschah, machte mich sprachlos (dazu können sich die geneigten Leser gerne eine reißerische RTLII-Off-Stimme denken). Im Folgenden das Chatprotokoll in seiner ganzen ‚Pracht‘- ein schlechter Versuch, den Film ‚Pretty Baby‘ nachspielen zu wollen:

<M-4_girly> hy willst dir was verdienen?

(wer hier bereits Böses ahnt: er ahnt das Richtige)

<cute99> wie denn?

<M-4_girly> bist du noch ne jungfrau

<cute99> ja..

<M-4_girly> was hast schon gemacht mit jungs

<cute99> bin mal mit nem jungen gegangen..wir waren 2 wochen zusammen! :)

<M-4_girly> was würdest den machen für 350 euro

<cute99> weiß nich

<cute99> was willst du?

<M-4_girly> würdest die beine breit machen

<cute99> bin doch noch jungfrau

<M-4_girly> na und

<cute99> will eigentlich warten, bis ein junge das richtig romantisch macht

<M-4_girly> ist aber viel geld […] und würdest?

<cute99> weiß nicht genau..

<M-4_girly> zu wenig geld?

(als ob es nur daran scheitern könnte!)

<cute99> is immerhin mein erstes mal..

<M-4_girly> wennst mir gefällst würd ich dir auch mehr geben

<cute99> und was sagen meine eltern dann?

<M-4_girly> denen must es ja nicht sagen […] zeig mir mal ein foto

<cute99> lieber nicht

<M-4_girly> warum nicht?

<cute99> dann würdest du ja sehen, dass ich in Wirklichkeit 18 bin und keine 13jährige Jungfrau, die sich für ihre Entjungferung bezahlen lässt. Ohne Worte.

350€ für mein Jungfernhäutchen? Ziemlich hoher Preis für so ein  kleines Stückchen Gewebe. Schwarzer Humor aus. Entschuldigung.

Genug ‚Tatort Internet‘-Selbstversuch. Nach diesem Chat war meine Neugier auf  seelische Abgründe erschöpft. Wenn diese Männer wirklich an sexuellen Kontakten mit Kindern interessiert sind, stellen sie sich wirklich äußerst naiv an. Naiver hoffentlich als die Mehrheit der wirklich 13jährigen Chatter. Man sagt doch (Achtung: Vorurteil), dass Pädokriminelle einen außerordentlichen Zugang zu der kindlichen Welt ihrer Opfer haben und sich ihnen erst als väterliche Freunde nähern. Und das ist wohl nicht mit 3 Chat-Zeilen bewerkstelligt. Deshalb hoffe ich, dass jene Männer, mit denen ich heute Nacht ein zweifelhaftes Vergnügen hatte, es nie so weit bringen, dass sich ein Kind mit ihnen treffen will.

Mein 14jähriges Ich wird gerade sehr sauer, aber mein 18jähriges heutiges Ich muss es trotzdem schreiben: offene Chatrooms sind nichts für Kinder unter 15. Zu groß die Anonymität. Ich bin ein Fan von schülervz für junge Menschen. Die VZ-Netzwerke sorgen sich darum, dass gerade Kinder nicht zu viel von sich preisgeben und starten Wettbewerbe zu Themen wie Sicherheit im Internet- jedenfalls erinnere ich mich an solche Aktionen aus meiner Zeit dort. Der Trend zu Facebook ist nicht gut für sehr junge Menschen, da man dort zu viel von sich preisgeben kann und auch die Gefahr von Fakeprofilen um einiges höher ist, da man keine Einladung benötigt. Es ist nahezu unmöglich, einen offenen Chatroom zu kontrollieren, wenn man nicht einmal eine Anmeldung mit einem falschen Namen braucht sondern direkt loschatten kann- und dort Mailadressen und Handynummern preisgeben kann. Glücklicherweise ist es nicht möglich, Photos zu schicken, sonst hätte ich nun auch noch eine Reihe erigierter Glieder unerwünscht zu Gesicht bekommen.

 

Mein Fazit aus meinem Selbstversuch: Ich war immer sehr gegnerisch gewissen Statements wie ‚alle Kinderschänder aufhängen/ köpfen/kastrieren‘ gegenüber- solche Äußerungen sind in der Nähe von ‚die Ausländer nehmen uns Job und Weiber weg‘ beheimatet. Ich war ebenfalls immer sehr skeptisch ob der Gesellschaftsmoral, Altersunterschiede betreffend. Seit meinem 15. Lebensjahr bin ich fast ausschließlich an Männern interessiert, die mindestens 10 Jahre älter sind als ich. Ich habe mich aber nie zu etwas drängen lassen, was ich nicht wollte.     Es war eine Begegnung auf Augenhöhe und wenn mich jemand (außerhalb gewisser Situationen) als kleines Kind hinstellte, war ich schneller wütend als er ‚Lolita‘ sagen konnte. Soviel dazu. Was sich aber in manchen Chatrooms abspielt, ist eine gänzlich andere Thematik: es geht darum, dass erwachsene Menschen die Naivität und Neugier von Kindern ausnutzen, die gerade anfangen, nach dem anderen Geschlecht (oder auch dem eigenen Geschlecht- jedenfalls dem sexuell anziehend wirkenden Geschlecht) Ausschau zu halten. Kinder, die sich (wie ich aus eigener Erfahrung noch sehr gut weiß) schon sehr erwachsen fühlen, vielleicht schon einige Pornos gesehen haben, aber de facto ahnungslos sind.

Diese Problematik ist bei Weitem nicht neu, aber immer wieder beschäftigen sich Menschen damit, so wie ich heute, in der Hoffnung, dass man- statt digitale Hakenkreuzgraffitis zu übertünchen (wie ich SOPA und PIPA in einem Artikel über Pädophile unterbrachte)- dazu beiträgt, dass eine Gefahr für Kindesmissbrauch eingedämmt wird. Strafbar hat sich keiner meiner heutigen Chatpartner gemacht und ich will nicht alle Menschen mit pädophilen Neigungen als potentielle Täter bezeichnen, das unterscheidet meine Meinung wohl von der  der deutschen Mehrheit!

 

gez. Ally, distanziert von Guttenberg-Gattin, nicht aus auf Publicity, sondern auf den Weltfrieden. Amen. (ein zweites Mal: schwarzer Humor aus)

 

Advertisements

15 Antworten zu “Tatort Internet- Der Selbstversuch

  1. Ich selbst bin zwar erst 15, möchte aber auch etwas hinzufügen.
    SchülerVZ/ Facebook:
    Ich hatte relativ spät mit 12 SchülerVZ, das auch sehr viele Freunde nutzen. Dann mit 14 hat sich der Trend entwickelt, den SchülerVZ Account zu löschen, da dieser ja „schei**“ sei, und zu Facebook zu wechseln. Am Ende haben rund 3/4 der Bekannten ihren VZ Account gelöscht und sind zu Facebook gewechselt. Ich habe mich dann auch angemeldet, Freunde als virtuelle Freunde hinzugefügt, etc. Dann habe ich einmal ein Foto (war nur eins von der Landschaft) hochgeladen und nur mit Freunden geteilt. Nachdem das Foto kommentiert wurde, konnten auch die Freunde des Kommentierers das Foto sehen und sogar kommentieren. Zum Glück nur Personen, die ich kannte. Aber seitdem lade ich keinerlei Fotos zu Facebook mehr hoch. Wenn ich sehe was meine Freunde, vor allem die Mädchen, an einer Menge an Fotos hochladen, da weiß man schon gar nicht mehr weiter :D Teilweise haben sie dann auch 1000 (!) „virtuelle“ Freunde. Mittlerweile hör ich sogar in der Schule Sätze wie „Und, wie viele Likes hat dein Foto bekommen? Mein Foto hat nur 75 Likes bekommmen. Da muss ich noch mal ein neues hochladen“. Dies hat zwar nicht mit dem Teenchat zutun, um den es in diesem (guten) Artikel geht, aber wie leichtsinnig manche mit ihren Daten umgehen (Adressen sind von manchen Freunden öffentlich einzusehen), finde ich schon schlimm. Und dass Freunde von pädophilen Personen auf Facebook angeschrieben wurden, habe ich (zum Glück) noch nicht gehört – und das soll auch so bleiben.

    Chatrooms
    Als populärstes Beispiel nenne ich einmal Chatroulette. Ich selbst war dort noch nie, und nachdem was ich gehört habe, werde ich mich nie dort einloggen. Wer nicht weiß, was Chatroulette ist: Es ist eine Plattform, die man im Internet aufruft und Zugriff zur Webcam erfordert. Dann wird man mit einer zufälliger Person auf der Welt verbunden (Webcam & normaler Chat). Auf dieser Plattform trifft man anscheinend bei jedem zweiten User einen Pädophilen an, der sich nackt vor die Webcam stellt und sich daran aufgeilt.
    Gegen solche Pädophile etwas zu unternehmen, ist leider sehr schwer und wir wahrscheinlich auch nicht machbar sein. Jedoch könnte man etwas dagegen unternehmen, dass jeder Jugendliche zich Fotos zu Facebook hochlädt. Facebook ganz zu verbieten, finde ich nicht gut. So bin ich dort unter anderem in einer Klassen-Gruppe, etc. Und etwas von sich preiszugeben, wie den Namen und Hobbys finde ich auch nicht für so schlimm, solange man dies nicht für alle zugänglich macht (auf Facebook etwas schwer).

    • Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich habe später mit sozialen Netzwerken angefangen- mit 14, und das auch nur nach stundenlangen Vorträgen meiner Eltern über die Gefahren des Internets ;)
      Bei Facebook bin ich mittlerweile nur noch, um im Kontakt mit ehemaligen Klassenkameraden zu bleiben, lade auch keine Photos mehr hoch.
      Das Problem ist, dass man sich schwer entziehen kann zu Schulzeiten, weil jeder Partyphotos hochläd und verlinkt.
      Aber dass es wirklich Menschen gibt, die ihre Adresse veröffentlichen, finde ich sehr erschreckend, egal in welchem Alter man ist.
      Chatroulette würde ich nur unter Androhung von Gewalt ausprobieren ;)

      • Nun, bei Facebook kann man ja angaben machen wie „Ich war hier: Berlin,…“. Diese werden dann in dem Profil (zumindest in der neuen Chronik) unter „Karten“ aufgelistet. Nicht jeder hat diese Einstellungen nur für Freunde sichtbar und somit kann es dann jeder lesen. Dazu gehört, meine ich, auch der aktuelle Wohnort.
        Ich nutze Facebook auch nur noch, weil ich immer wieder höre: „Hast du das Foto gesehen“. Auch möchte ich keine Partyfotos von mir auf den Facebook Profilen von anderen sehen :)

  2. Evanesca Feuerblut

    Ich weiß noch, wie ich mit 12 oder 13 den umgekehrten Selbstversuch mit einer Freundin gestartet habe – wir gaben uns als älter aus, gerne auch mal als Kerl, und haben dann selbst solche bescheuerten Gespräche gestartet, um dann irgendwelchen Blödsinn über rosafarbene Handschellen zu schreiben, uns auszuloggen wenn es lächerlich wird und diesen Nicknamen nieeeeee wieder zu verwenden.
    Gerade auf knuddels brauchte man zumindest damals nicht mal eine gültige Mail-Adresse um sich zu registrieren, aufgepasst wurde eigentlich nur, dass man weder im Nick noch in der Fake-Addy noch im Passwort (das gerne auch „Gurke123“) lauten konnte, Worte hatte die im Filter drin sind.
    Ansonsten konnte man tun und lassen was man wollte…
    So ein Chatroom ist ein absolut unberechenbarer Ort und ich finde, man sollte die meiden, wenn man substantielle Gespräche sucht.
    Und glaubt mir – es gibt auch Teenager, die welche suchen.

    • Danke für deinen Kommentar.
      Ich glaube mich zu erinnern, das auch schon einmal getan zu haben mit 14.
      Dass auch Jugendliche sich über andere Dinge als im ICQ-Chat vorzufinden sind, unterhalten wollen, weiß ich selbst am besten, de facto bin ich nämlich noch einer.

  3. Ich würde mich einfach nicht cute (usw.) nennen. Habe in meiner gesamten Internetlaufbahn 0 Probleme mit sowas gehabt, denn selbst wenn mal jemand ankam, sagte ich einfach, kein Interesse und gut war.

    Wenn ich mich natürlich durch meinen nickname bereits als „süß“; „niedlich“, „willig“ usw präsentiere, ist diese Reaktion geradezu klar.

    Wenn sich bei uns im Chat jemand so nennen würde, käme ich – ohne darauf einzugehen -. auch erstmal auf die Idee, dass es da jemand nötig hat und mit dem Namen Leute provozieren will, so wie es halt auch klar ist, dass sich Leute z.B. knallenge Sachen anziehen, damit andere sie wahrnehmen. Problem ist dann halt meist, dass einen eben alle wahrnehmen, nicht nur die „Richtigen“.

    Also:
    Einfach einen Nickname wählen, der nicht „notgeil“ wirkt und wenn trotzdem jemand mal ankommt, einfach kurz sagen, dass man kein Interesse hat, damit fährt man locker durch das Internet, in dem man ja nunmal auch schlecht körperlich bedroht werden kann.

    Ich geh jedenfalls auch nicht mit Minikleid in die Disco und wunder mich dann, wenn ich angebaggert werde, das ist die logische Konsequenz aus Kleidungs- und Ortswahl.

    • Das nenne ich eine ziemlich gewagte Einschätzung, denn die meisten Teenager haben solche Nicknames und ‚cute‘ ist ja noch eine harmlose Variante.
      Eine 13jährige gibt sich nicht freiwillig erwachsenen Sexphantasien hin, sondern spielt unschuldig damit. Keine wirklich 13jährige wünscht sich unterschwellig solche Chatpartner, auch wenn sie sich sexy99 nennen würde. Ich habe während des gesamten Chattens nie provokative Einladungen gemacht.
      Das ist dieselbe Argumentationskette wie „Frauen, die Miniröcke tragen, müssen sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt werden“. Solche Äußerungen sind sehr gefährlich.

  4. Also die Chatqualität verändert sich auch dann nicht wenn du dich auch älter ausgibst, dich auf einschlägigen Chats rumtreibst, und da recht offen mit chatten willst.

    Die Notgeilheit mancher ist einfach nur abschreckend, da sie oft einfach nur plump ist, quasi „mit der Tür ins Haus“ fallen, genau das was ja an sich eine jede Frau oder auch Mädchen das halbwegs normal von Verstand ist und normale Bedürfnisse hat.

    Der geschilderte Chatverlauf ist allerdings schon recht abschreckend.
    Viel dagegen wird man ned machen können, grad in der aktuellen Zeit nicht mehr, wo ja ein jeder Jugendlicher schon ein Smart Phone besitzt, so jederzeit online gehen kann, und ohne Kontrolle durch deren Eltern da ihre eigenen speziellen Erfahrungen machen wollen.

    Kontrolle ist dann natürlich keine mehr gegeben, siehe Facebook wo Jugendliche mit ihrem Namen, ihren Bildern und dann noch mit Telefon und sonstigen Kontaktoptionen alles private reinschreiben um ja IN zu sein, dem Hype zu folgen, weils ja die anderen auch so machen, und es ja sooooooo COOOOOL ist.

    Weiter gedacht wird im meisten Fall ja nicht und den nicht nur pädophilen sondern auch anderweitig Verhaltensgestörten wird so manches erleichtert.

    Es ist alles zwar erschreckend, aber leider nicht grossartig eindämmbar….

    LG
    s29

  5. Pingback: Text und Tier | Sicher für Kinder – ARCHOS Child Pad Android 4.0 Ice Cream Sandwich

  6. Interessanter Versuch, durch das Internet wird halt vieles möglich, aber nicht unbedingt alles besser.. da muss halt jeder für sich selbst die Verantwortung übernehmen.

  7. Allerdings probiere das Gegenteil, gib dich als eine Frau höheren Alters (z.B. 25) aus. Du wirst merken, dass die Nachfrage nicht weniger wird. Die Leute sind nicht unbedingt pädophil, sondern einfach nur notgeil. Die 25jährige wird lustigerweise nicht nur von 20-60 jährigen gefragt, sonder auch von 14jährigen Jungs, die gerne mal über Sex reden würden.

    Man kann zusammenfassen, dass der Chat wirklich nichts für kleine Mädchen ist, aber auf der anderen Seite ist das Problem kein typisches Kinderschänder-Problem, sondern ein Problem mit Notgeilen.

  8. Ich habe mir jetzt gerade mal 20 Minuten den offenen Teenchat angesehen – irgendwie ist das ein anderes ICQ als ich es mal kannte, aber mein Teenich hätte den Laden nach 2 Minuten gelangweilt verlassen – da scheint es ja tatsächlich sowohl in den direkten Gesprächen als auch öffentlich ausschließlich um die grobschlächtige Balzerei mit lächerlichen Angeboten zu gehen, gegen die jede Dorfdisko ein Hort der gehobenen Konversation ist. Entweder die heutige U15 ist sehr, sehr komisch, oder die Menge an tatsächlichen U15 in diesen Chaträumen tendiert gegen 0 :)

    Trotzdem ein interessanter Artikel. Danke dafür :)

  9. Ja, das ist das Schlimmste von allem. Und dann als einzige Empörung der Ruf nach Vorratsdatenspeicherung … Pfui teufel.

  10. Danke. Sehr lesens und empfehlenswert. Das mit dem Empfehlen werde ich sofort tun.
    (und ich bin fest davon überzeugt, dass du nur die Spitze des Eisbergs erwischt hast)
    Jörg

    • Dankeschön. Es ist sicher, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist, denn man muss sich vor Augen halten: das alles passierte in einer knappen halben Stunde nur.

Gib' deinen Senf hinzu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s